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Tour of Utah 2015: Joe Dombrowski holt Gesamtsieg

Text: Alexandra Arendt

Der US-Amerikaner Joe Dombrowski hat die Tour of Utah gewonnen. Das mehrtägige Radrennen gilt als die härteste Radrundfahrt in Amerika und eine der härtesten der Welt. Auf dem Weg zum Ziel in Park City führte das Rennen auch durch Utahs Skigebiete und eine traumhafte Bergszenerie. Ski USA war live dabei.

Einen Tag nachdem er sein erstes Profirennen souverän gewonnen hatte, feierte Joe Dombrowski in Park City seinen ersten Gesamtsieg bei der Larry H. Miller Tour of Utah 2015. Dombrowsi reichte ein neunter Platz mit 20 Sekunden Abstand zum Sieger Lachlan Norris auf der Schlussetappe, um den Gesamtsieg zu sichern. Der US-Amerikaner vom Team Cannondale-Garmin hatte bereits am Tag zuvor bei der 6. Etappe von Salt Lake City auf dem Weg ins Ski and Summer Resort Snowbird einen großen Zeitabstand herausgefahren.

 

 

Der steile Anstieg nach Snowbird über den Little Cottonwood Canyon war der Schlüssel zum Erfolg für den US-Amerikaner, der in Frankreich trainiert und sich erstmals das gelbe Trikot überstreifen durfte. Dombrowki ging am Schlussanstieg früh zum Angriff über. Hier gelang es ihm, nachdem er den Luxemburger Fränk Schleck (Trek Factory Racing) abgeschüttelt hatte, einen großen Vorsprung von 1:17 Minuten herauszufahren und sich von der Verfolgergruppe zu distanzieren. Die Belohnung: Das gelbe Trikot und einen deutlichen Vorsprung auf den bislang führenden Kanadier Woods und alle anderen Fahrer, den auf der letzten Etappe keiner mehr aufholen konnte. Der Anstieg über den Canyon gilt als einer der härtesten Anstiege bei einem Etappen-Radrennen. Dombrowski trat mit seinem Sieg die Nachfolge seines 2013 und 2014 dort erfolgreichen Teamkollegen Thomas Danielson an, der zu Beginn der Tour wegen eines positiven Dopingtests gesperrt worden war. Zweiter im Gesamtklassement wurde der Sieger der 5. Etappe Michael Woods (Optum Pro Cycling).

Tour of Utah: Fotofinish in Park City geht an Australier

 

Die siebte und letzte Etappe gewann der 28-Jährige Australier Lachlan Norris (Drapac) in Park City in einem Fotofinish vor Brent Bockwalter (BMC), der vier Etappen in den Top3 beendete, aber keine einzige gewinnen konnte. Als Dritter kam Natnael Berhane (MTN-Qhubeka) aus Eritrea 20 Sekunden später ins Ziel. In dieser Verfolgergruppe erreichte auch der Sieger dieser Tour of Utah, Joe Dombrowski, das Ziel – schnell genug für den Sieg im Gesamt-Klassement. Der 24-Jährige hatte bereits im Vorfeld angekündigt, nicht auf voll auf Sieg zu gehen auf der letzten Etappe,  sondern sich zurückzuhalten und seinen Vorsprung zu verwalten.

Bookwalter und Norris setzten sich erst bei der Abfahrt nach Park City von der Gruppe ab. Als das Duo nach Park City auf die Main Street kam, fuhr Bookwalter als erster um die letzte Kurve, aber Norris schaffte es mit einen super Endspurt auf der Ziellinie an dem BMC-Fahrer vorbeizuziehen. Für Norris Team Drapac war es der erste Sieg auf nordamerikanischen Boden. Norris wurde Gesamt-Sechster, Brookwalter schaffte es auf Rang Drei. Das Bergtrikot sicherte sich Gregory Daniel (Axeon Cycling).

Park City Mainstreet wird zur Partymeile

 

Eindrucksvolle Schlussmeile: Die siebte und letzte Etappe der Tour of Utah endete auf der historischen Main Street in Park City, wo die Radrennfahrer von hunderten Menschen auf den letzten Metern einer kräftezehrenden Woche gebührend gefeiert wurden. Gefeiert wurde vor und nach dem Rennen – bei bester Stimmung und Traumwetter. Zahlreiche Aktionen rund um das Radrennen lockten die Bewohner und Urlauber auf die historische Main Street.

Der einzige Deutsche bei der Tour of Utah war der 22 Jahre alte Düsseldorfer Ruben Zepuntke (Cannondale-Garmin), der erst seit 2014 einen Vertrag bei dem US-Profiteam unterschrieben hatte. Der Nachwuchssportler zeigte gute Rennen und erreichte im Gesamtklassement den 27. Platz.

Entlang der Skigebiete: faszinierende Berglandschaft

 

Aufgrund der Höhe, Strecke und der Wetterbedingungen gilt die Tour als das härteste Etappenrennen in Amerika, „America’s Toughest Stage Race“. 2010 kamen nur 71 der eigentlichen 140 Fahrer ins Ziel. Die Tour fand erstmals im Jahr 2004 statt und hat seit 2011 UCI Klassifikations-Status. Das Radrennen führt durch die Staaten Idaho, Wymoning und Utah. Großstadtflair in Salt Lake City herrschte auf der 5. Etappe, auf der die Fahrer sieben Runde durch die Mormonenstadt mit kurzen steilen und kurvenreichen Anstiegen und Abfahrten absolvieren mussten.

Viel mehr sticht jedoch die traumhafte Berglandschaft und Szenerie hervor. Gerade die letzten beiden Bergetappen, die nach Snowbird und rund um Park City führen, sind landschaftlich reizvoll.  Ein Bike-Paradies! Der letzte Touranstieg über den bildschönen Guardsman Pass, der seine ersten zehn Kilometer mit dem Empire Pass teilt, beginnt nördlich von Midway und führt auf 2,726 Meter Höhe. Der Pass bildet das größte Hindernis auf der 125,5 Kilometer langen 7. Etappe und zählt zu den schwierigsten Radanstiegen der Tour – aber auch zu den schönsten!