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Tiefschneeboarden: Die ersten Meter

Text: Andreas Hottenrott & DSLV-Team

Ein Tag im frischen Powder ist für viele Snowboarder das perfekte Schneeerlebnis. Spektakuläre Runs, ein grandioses Panorama und das Gefühl von Freiheit ziehen Tiefschneefans immer wieder auf unberührte Hänge. Für ungeübte Fahrer kann der Einstieg etwas ungewohnt sein, schließlich sind die Herausforderungen im Powder andere als auf der Piste. Doch mit etwas Übung fühlen sich die meisten Boarder im neuen Terrain bestens zurecht.

Das vielleicht Schwierigste im weichen und tiefen Schnee ist es, das Gleichgewicht gegen den sich ständig ändernden Schneewiderstand auszubalancieren. Verlagern Sie Ihr Gewicht bei zu geringer Geschwindigkeit zu stark in eine Richtung, sinkt die Kante ein und Sie verlieren die Balance. Am besten verhindern Sie das, indem Sie stets bewegungsbereit auf dem Snowboard stehen. Falls nötig, können Sie auf diese Weise Ausgleichsbewegungen vornehmen. Dabei müssen Sie die Bewegungen und Ihr Tempo stets den Gegebenheiten anpassen – viele Fahrer unterschätzen die Schwierigkeit, im Tiefschnee zu steuern.

Mit Snowboard im Powder: Tipps für Einsteiger

Suchen Sie für den Anfang Tiefschneeabschnitte zwischen oder neben den Pisten auf. Die Fahrtstrecke sollte nicht zu lang sein und nach Möglichkeit keine Flachstücke beinhalten, da Sie Ihr Board nicht anschieben können, wenn Sie stürzen oder steckenbleiben. Sie müssten in diesem Fall also durch den tiefen Schnee zurück zur Piste stapfen. Wer das schon einmal mitmachen musste, weiß, wie viel Energie das kostet.

Gewöhnungsphase auf kleinen Teilstücken zum Ausprobieren

  •  Fahren Sie im Tiefschnee ein kurzes Stück geradeaus, verlagern Sie dabei das Gewicht auf das hintere Bein.

Variationen

  •  Fahren Sie vom Pistenrand aus abwechselnd eine Kurve im Powder und auf der Piste. Sobald Sie in den Tiefschnee einfahren, regulieren Sie Ihre Position. Stehen Sie zu weit vorne, wird das Board unter den Schnee gedrückt. Eine schnelle Belastungsveränderung nach hinten zieht die Nose wieder aus dem Schnee und Sie können eine Kurve fahren.
  •  Spielen Sie mit den Positionen. Strecken und beugen Sie die Beine bei gleichzeitiger Gewichtsverlagerung nach hinten.
  • Drücken Sie im tiefen Schnee immer wieder fest auf den hinteren Fuß. Durch das Beugen der Beine und das Drücken auf den hinteren Fuß verdichtet sich der Schnee, was später beim Powderturn noch eine wesentliche Rolle spielt.

Powder-Ollie

Das A und O zum späteren Drehen des Boards im Tiefschnee ist der Druck, der auf dem hinteren Fuß aufgebaut wird. Machen Sie in einer Querfahrt im Powder aus einer tiefen Position heraus einen Ollie, der leicht über den hinteren Fuß abgesprungen wird. Es entsteht ein starker Druck am Anfang der Hochbewegung, wodurch der Schnee nach unten gedrückt und verdichtet wird. Den etwas festeren Schnee können Sie dann gut als Absprunggrundlage benutzen. Wichtig ist, dass Sie ein ausreichendes Tempo wählen.

Als nächstes: Tempo steigern im Tiefschnee.

Zum Anfang zurück gehts hier.

Noch mehr Infos zu Ski- und Snowboard-Fahrtechnik-Themen bieten die Lehrpläne des Deutschen Skilehrerverbands:

DSLV Lehrplan – Skifahren einfach, 2012, ISBN 978-3-8354-0869-2
DSLV Lehrplan – Freeriden einfach, 2012, ISBN 978-3-8354-0872-2
DSLV Lehrplan – Snowboarden einfach, 2012 ISBN 978-3-8354-0870-8

Insider-Tipp

Die richtige Position finden

Im Tiefschnee ist es wichtig, eine Position zu finden, die einen ausreichenden Auftrieb gewährleistet und dennoch Bewegungsbereitschaft zulässt. Verlagern Sie den Körperschwerpunkt etwas auf das hintere Bein. Schultergürtel und Snowboard-Längsachse bleiben parallel zueinander, allerdings muss die Stellung oft funktionell angepasst werden, um Ausgleichsbewegungen zu ermöglichen.