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Geschichte des Heliskiing

Die Idee, atemberaubende Tiefschneehänge in abgelegenen Landschaften mit dem Hubschrauber anzufliegen, gab es schon lange. Ein wirklich funktionierendes Geschäftsmodell machte allerdings erst ein Österreicher Mitte der 1960er Jahre in Kanada daraus.

Immer mal wieder wagten abenteuerlustige Wintersportler erste Schritte mit dem fliegenden Lift. Ein Name ist allerdings unzertrennlich mit der Geschichte des Heliski verbunden: Hans Gmoser. Dabei lief auch bei dem Pionier des Heliskiing bei Weitem nicht alles glatt am Anfang.

Die ersten Versuche nahe des kanadischen Nationalpark-Örtchens Banff führten die Wintersportler 1963 lediglich in feinsten Bruchharsch, der kaum zu befahren war. Bei Golden musste der Hubschrauber später vor heftigem Wind kapitulieren. Dass der erste Heliskiing-Urlaub der Geschichte 1965 doch noch zustande kam, war Brooks Dodge zu verdanken. Der ehemalige Skirennläufer und zweifacher Olympiateilnehmer war ins Skireisegeschäft eingestiegen und überredete Gmoser zu einem weiteren Anlauf.

Der Trip wurde ein voller Erfolg, nach heutigen Maßstäben fand er allerdings unter fragwürdigen Bedingungen statt. Statt in einer Luxuslodge nächtigten die Gäste in einer alten Sägemühle, der Hubschrauber konnte immer nur zwei Personen pro Flug auf die Gipfel chauffieren und die Gruppe sammelte dadurch gerade einmal 15.000 Höhenmeter in der Woche. Immerhin: Wetter und Schnee präsentierten sich diesmal von ihrer besten Seite und so powderten die Heliski-Pioniere bei strahlendem Sonnenschein im hüfthohen Tiefschnee.

Die Erlebnisse beim Heliskiing lösten einen regelrechten Boom um Gmoser und seine Firma Canadian Mountain Holidays (CMH) aus. Schon drei Jahre später war das Sägemühle-Camp zu klein und der Anbieter baute mit der Bugaboos-Lodge die erste Heliskiing-Lodge der Welt. Als auch die nicht mehr ausreichte, eröffnete Gmoser weitere Lodges in anderen Gebieten. Heute ist CMH mit elf Arealen Weltmarktführer in Sachen Heliski.

Gmoser setzte sie Standards für die exklusivste Form des Wintersports und einige andere folgten seinem Beispiel. Zu Topadressen haben sich auch Mike Wiegele Heliskiing, Selkirk Tangiers Heli Skiing, Last Frontier Heliskiing, Bella Coola Heliskiing, Northern Escape Heliskiing, Bearpaw Heliskiing, Great Canadian Heliskiing, RK Heliskiing oder White Wilderness Heliskiing entwickelt. Und längst beschränkt sich das Freeride-Abenteuer nicht mehr auf Nordamerika. Auch in anderen Teilen der Welt setzt man auf den Aufstieg mit Hubschraubern, etwa in Asien, Südamerika und sogar in Europa. Island ist eines der Heliskiing-Ziele ohne Jetlag, aber auch in den Alpen gibt es einige Anbieter.